Pielburg

Historischer Ortsname: Pielburg · polnischer Name nach 1945: Pile · heute: Piława · Kreis: Neustettin, Pommern

Ortsname und heutige Einordnung

Nach dem Übergang an Polen erhielt Pielburg 1946 den Namen Pile. Durch eine amtliche polnische Namensänderung wurde Pile 1998 in Piława umbenannt. Ältere genealogische und heimatkundliche Verzeichnisse verwenden deshalb häufig noch den Namen Pile, während der heutige amtliche Ortsname Piława lautet.

Verwaltung

Pielburg war Landgemeinde und Sitz eines eigenen Amtsbezirks. 1908 umfasste der Amtsbezirk neben der Landgemeinde Pielburg die Gutsbezirke Alt Bärbaum, Altmühl bei Pielburg, Nemmin, Neu Bärbaum und Pommershof. Zum 30. September 1928 wurden Alt Bärbaum und der Gutsbezirk Pielburg-See in die Landgemeinde Pielburg eingegliedert. 1945 umfasste der Amtsbezirk Pielburg die Gemeinden Nemmin und Pielburg; zuständiges Amtsgericht war Tempelburg.

Einwohner

Um 1905 hatte die Landgemeinde Pielburg 446 Einwohner. Für 1925 sind 370, für 1933 458 und für 1939 441 Einwohner überliefert.

Kirche und Standesamt

Pielburg war evangelisches Kirchspiel und besaß ein eigenes Standesamt. Zum Kirchspiel gehörten auch umliegende Orte beziehungsweise Wohnplätze, sodass bei Familienforschung stets der gesamte Kirchspielbereich berücksichtigt werden sollte.

Standesamt und GreifX

Die genealogische Quellenlage ist sehr gut. GreifX indexiert Geburten des Standesamts Pielburg 1874–1922, Sterbefälle 1874–1938 sowie Heiraten 1874–1914 und 1916–1938. Bereits digitalisierte historische Register sind ebenfalls nachgewiesen.

Kirchliche Quellen

GreifX enthält darüber hinaus kirchliche Teilbestände aus dem Kirchspiel Pielburg, beispielsweise für Dummerfitz mit Geburten 1839–1874, Heiraten 1839–1874 und Sterbefällen 1840–1874. Für Familien, die zwischen den Orten des Kirchspiels wechselten, sollte daher nicht nur nach dem Ortsnamen Pielburg gesucht werden.

Historische Karten

Das Nationalmuseum in Stettin verwahrt historische Messtischblätter des Blattes Pielburg. Die Karten wurden im 19. Jahrhundert aufgenommen und später im Rahmen der pommerschen Flurnamenforschung bearbeitet. Die Museumsbeschreibung identifiziert den historischen Ort ausdrücklich mit dem heutigen Piława und nennt Pile als früheren polnischen Namen.

Weitere Forschung

Ergänzend sind Grund-, Guts-, Kataster-, Schul- und Verwaltungsakten wertvoll. Gerade wegen der zum Amtsbezirk gehörenden historischen Gutsbezirke sollte die jeweilige Verwaltungsform eines Fundes beachtet werden.

Quellen

Territorial.de – Amtsbezirk Pielburg
Pommerscher Greif – GreifX
Pommerscher Greif – Standesamtübersicht
Muzeum Narodowe w Szczecinie – Messtischblatt Pielburg/Piława