Fernheide

Fernheide, heute Bielica, war ein Dorf im Kreis Schlochau. Heute gehört Bielica zur Gmina Biały Bór im Powiat Szczecinecki der Woiwodschaft Westpommern. Für die Familienforschung ist Fernheide besonders interessant, weil neben Kirchen- und Standesamtsbezügen auch umfangreiche Schul-, Besitz- und Domänenakten erhalten sind.

Fernheide auf einen Blick

  • Heutiger Name: Bielica
  • Historischer Kreis: Schlochau
  • Amtsbezirk: Schönau
  • Standesamt: Schönau
  • Amtsgericht: Hammerstein
  • Evangelisches Kirchspiel: Schönau
  • Heutige Verwaltung: Gmina Biały Bór, Powiat Szczecinecki

Geschichte und frühe Erwähnung

Fernheide gehört zu den älteren Siedlungen der Gegend. Die heutige Gemeinde Biały Bór nennt eine erste Erwähnung im 14. Jahrhundert und beschreibt den Ort als Siedlung nach Kulmer Recht im Umfeld des Deutschen Ordens. Nach dem Zweiten Frieden von Thorn 1466 gehörte das Gebiet zum polnischen beziehungsweise königlich-preußischen Herrschaftsbereich und teilte anschließend die wechselvolle Geschichte des Kreises Schlochau.

Auch in einer historischen Beschreibung der Schlochauer Starosteien wird Fernheide bereits im 18. Jahrhundert erwähnt. Damit lässt sich der Ort lange vor der preußischen Verwaltungszeit in regionalen Quellen nachweisen.

Bevölkerung und Konfession

Historische Kreisstatistiken weisen für Fernheide mehrere hundert Einwohner aus. Der Ort war deutlich evangelisch geprägt. Für evangelische Familien ist deshalb das Kirchspiel Schönau besonders wichtig, da Taufen, Trauungen und Beerdigungen der evangelischen Einwohner dort erfasst wurden.

Standesamt, Verwaltung und Gericht

Fernheide gehörte zum Amtsbezirk Schönau und zum Standesamt Schönau. Staatliche Geburts-, Heirats- und Sterbeeinträge sind deshalb in den Schönauer Personenstandsbeständen zu suchen. Gerichtliche Angelegenheiten gehörten zum Amtsgericht Hammerstein.

Die Schule von Fernheide

Für Fernheide ist eine ungewöhnlich gute schulgeschichtliche Aktenlage nachgewiesen. Erhalten sind Unterlagen zur Einrichtung und zu Bauten der Schule ab dem späten 19. Jahrhundert, Akten zum Erweiterungs- und Neubau um die Jahrhundertwende, Bauakten der evangelischen Schule bis in die 1930er Jahre sowie Lehrer- und Unterrichtsakten bis 1944.

Hinzu kommen Unterlagen zu Matrikel, Dotation und Lehrereinkommen. Solche Bestände können Namen von Lehrern, Hinweise auf Schülerzahlen, Baupläne und weitere Informationen über das alltägliche Dorfleben enthalten. Die heutige Gemeinde nennt außerdem ein Schulgebäude im Dorfzentrum, das in den 1920er Jahren errichtet wurde.

Domänenzins und Besitzgeschichte

Besonders interessant für Hof- und Familienforscher ist eine erhaltene Akte „Kreis Schlochau Domänenzins Fernheide / Bielica“ für 1869–1928. Solche Domänenzinsakten können bei der Rekonstruktion von Grundstücken, Besitzern, Abgaben und Veränderungen im Dorf sehr wertvoll sein.

Daneben existiert eine Akte aus dem Jahr 1888 über die Grundbesitzer Leopold Friedrich Krause und Johann Ludwig Lubnow in Fernheide. Gegenstand waren Brennholz- und Waldstreuberechtigungen im Forstrevier Hammerstein. Damit sind bereits zwei Einwohner beziehungsweise Grundbesitzer Fernheides namentlich in einer Besitz- und Nutzungsrechtsquelle greifbar.

Mühle und Dorfwirtschaft

Auch eine Mühle in Fernheide ist historisch belegt. Für das 18. Jahrhundert wird ein Mühlenmeister beziehungsweise Pulvermüller in Fernheide genannt. Diese Spur ist interessant, weil Mühlen häufig eigene Nutzungsrechte, Wasserrechte und Besitzakten hinterließen. Solche Quellen können zusätzliche Familiennamen und wirtschaftliche Verbindungen sichtbar machen.

Welche Quellen sind besonders wichtig?

  • evangelische Kirchenbücher und Kirchenbuchduplikate des Kirchspiels Schönau
  • Standesamtsregister Schönau
  • Domänenzinsakte Fernheide 1869–1928
  • Schul- und Lehrerakten bis 1944
  • Besitz- und Nutzungsrechtsakten
  • Grund-, Hof- und Steuerakten
  • historische Karten und Katasterunterlagen

Verbindungen zu Nachbarorten

Fernheide ist eng mit Schönau verbunden, da dort Kirchspiel und Standesamt lagen. Für viele Familien können außerdem Hammerstein, Eickfier und weitere Orte der Umgebung eine Rolle spielen. Deshalb werden die Ortsseiten auf dieser Website miteinander verknüpft, damit sich kirchliche und verwaltungsmäßige Zuständigkeiten leichter nachvollziehen lassen.

Wir suchen Unterlagen zu Fernheide

Gesucht werden alte Fotos und Ansichtskarten, Urkunden, Familienbücher, Ahnenpässe, Kirchenbuchauszüge, Schulunterlagen, Hof- und Grundakten, Kaufverträge, Karten sowie Erinnerungen ehemaliger Einwohner und ihrer Nachkommen.

Auch einzelne Namen oder Hinweise auf private Sammlungen sind wichtig. Jede Information kann helfen, die Geschichte von Fernheide und seiner Familien weiter zu vervollständigen.