Seemühle – historischer Mühlenplatz bei Stremlau

Seemühle war ein kleiner historischer Mühlen- und Wohnplatz bei Stremlau im Kreis Schlochau. Der Platz gehört zum unmittelbaren historischen Umfeld von Eickfier, Stremlau und Baldenburg und ist für die Siedlungs- und Familiengeschichte dieser Gegend besonders interessant.

Frühe Geschichte

Seemühle ist spätestens in der Lustration der Starostei Baldenburg von 1664 nachgewiesen. Während zur Starostei 1565 bereits Stremlau, Schönberg und Wittfelde gehörten, werden 1664 zusätzlich unter anderem Briesnitz, Neufeld und Seemühle genannt. Damit ist der Mühlenplatz bereits für die polnische Zeit lange vor der preußischen Besitznahme des Gebietes belegt.

Die Starostei Baldenburg

Seemühle gehörte zum Wirtschaftsraum der Starostei Baldenburg. Historische Quellen zur Starostei sind für die Forschung besonders wichtig, weil sie Bauerndörfer, Mühlen, Krüge, Besitzrechte und landesherrliche Verschreibungen erfassen können. Für 1765 wird die Seemühle erneut im Zusammenhang mit dem Baldenburger Besitz genannt.

Verwaltung und kirchliche Zuordnung

  • Historischer Kreis: Schlochau
  • Lage: bei Stremlau
  • Amtsbezirk: Grabau
  • Standesamt: Grabau
  • Evangelische Zuordnung: Schönau
  • Katholische Zuordnung: Eickfier

Einwohner und Siedlungsform

Seemühle war kein großes Dorf, sondern ein sehr kleiner Mühlen- bzw. Wohnplatz. Historische Ortsangaben nennen 13 Einwohner für 1885 und 45 für 1905. Ältere statistische Überlieferung führt Seemühl als Mühlengut mit nur wenigen Haushaltungen. Die geringe Größe macht den Ort für eine gezielte Rekonstruktion der dort lebenden Familien besonders interessant.

Familienforschung

Für katholische Bewohner ist die Verbindung zu Eickfier besonders wichtig; für evangelische Bewohner ist die Überlieferung der zuständigen evangelischen Gemeinde zu prüfen. Für die Zeit der staatlichen Personenstandsführung kommen die Register des Standesamts Grabau hinzu. Da Seemühle als Mühlenplatz bei Stremlau geführt wurde, sollte bei Namens- und Besitzsuchen immer auch unter Stremlau gesucht werden.

Quellen für die frühe Forschung

Für die Zeit vor 1772/73 sind die Lustrationen und Besitzunterlagen der Starostei Baldenburg von besonderer Bedeutung. Eine historische Untersuchung nennt Seemühle ausdrücklich in der Lustration von 1664. Außerdem verweist die Forschung auf Grundbücher der Domänenämter Schlochau und Baldenburg, die zahlreiche ältere Urkunden aus der polnischen Zeit überliefern. Diese Bestände könnten Hinweise auf Müller, Pächter, Besitzer und benachbarte Bauernfamilien enthalten.

Bezug zu Eickfier und Stremlau

Seemühle sollte nicht isoliert betrachtet werden. Zusammen mit Stremlau, Eickfier, Schönau und Baldenburg gehörte der Platz zu einem eng verflochtenen historischen Siedlungsraum. Für die Suche nach Familien vor dem 19. Jahrhundert ist deshalb eine gemeinsame Auswertung der Kirchen-, Grund-, Domänen- und Starosteiakten dieser Orte sinnvoll.