Wehnershof
Wehnershof, heute Międzybórz, gehörte zum Kreis Schlochau. Der Ort ist für unsere Forschung besonders interessant, weil bereits der historische Ortsname auf den Familiennamen Wehner zurückgeführt wird und Wehnershof zugleich eine eigene evangelische Kirchengeschichte entwickelte.
Wehnershof auf einen Blick
- Heutiger Name: Międzybórz
- Historischer Kreis: Schlochau
- Amtsgericht: Hammerstein
- Post: Wehnershof (1927)
- Evangelische Kirche: zunächst Schönau, später eigenes Kirchspiel bzw. Verbindung mit Hammerstein
- Katholische Kirche: Hammerstein
- Standesamt: um 1885 Zanderbrück; später Wehnershof
- Einwohner: 708 (um 1885), 695 (um 1905), 665 (1925), 652 (1933), 610 (1939)
Der Ortsname und die Familie Wehner
Der heutige polnische Name Międzybórz wurde nach 1945 eingeführt. Sprachwissenschaftliche Untersuchungen weisen als älteste bisher belegte Form Wernershoffen (1664) und später Wehnershof (1893) nach. Der historische Ortsname wird dabei ausdrücklich aus dem deutschen Personennamen Wehner und dem Wort Hof erklärt.
Für unsere Familienforschung ist das eine wichtige Spur, aber noch kein Beweis für eine direkte Abstammungslinie. In älteren familiengeschichtlichen Hinweisen wird außerdem ein evangelischer Wehner genannt, der im 18. Jahrhundert Land im Bereich Wehnershof erhalten haben soll. Diese Überlieferung soll weiter anhand zeitgenössischer Hof-, Domänen- und Besitzakten geprüft werden.
Evangelische Kirchengeschichte
Wehnershof war ursprünglich evangelisch nach Schönau eingepfarrt und wurde später kirchlich mit Hammerstein verbunden. Für Wehnershof waren Kirchenbücher ab etwa 1777/78 vorhanden; diese Bücher gelten heute als wahrscheinlich im Zweiten Weltkrieg vernichtet. Damit entsteht für Familienforscher eine erhebliche Quellenlücke, die durch Kirchenbuchzweitschriften, staatliche Register, Familienunterlagen und andere Akten überbrückt werden muss.
Zur Geschichte der evangelischen Gemeinde existiert sogar eine eigene Veröffentlichung: Helmut Adam, Kirchengeschichte der evangelischen Gemeinde Hammerstein und Wehnershof, Braunschweig 1933. Dieses Werk ist für die weitere Rekonstruktion der Pfarrer, Kirchenentwicklung und Gemeindestruktur besonders interessant.
Die Kirche von Wehnershof
Eine zeitgenössische Zeitungsmeldung aus dem Jahr 1897 berichtet, dass die Kirche in Wehnershof damals noch im Bau war und voraussichtlich im folgenden Frühjahr genutzt werden sollte. Damit lässt sich der Kirchenbau sehr eng auf die Jahre 1897/98 eingrenzen. Die Meldung stammt aus einem Bericht über die Kreissynode der Diözese Schlochau.
Bevölkerung und Entwicklung
Wehnershof war kein winziger Wohnplatz, sondern ein Dorf mit mehreren hundert Einwohnern. Historische Verzeichnisse nennen 708 beziehungsweise 695 Einwohner für ältere Erhebungsstände. 1925 wurden 665 Einwohner gezählt, 1933 waren es 652 und 1939 noch 610. Die Entwicklung zeigt einen leichten Bevölkerungsrückgang in der Zwischenkriegszeit.
Standesamt und Personenstand
Die standesamtliche Zuständigkeit änderte sich. In einer älteren Kreisübersicht wird für Wehnershof das Standesamt Zanderbrück genannt; in einer späteren Übersicht erscheint Wehnershof selbst als Standesamt. Für genealogische Recherchen ist deshalb immer der gesuchte Zeitraum zu beachten. Die erhaltenen Personenstandsregister und möglichen Zweitschriften sollen auf dieser Seite noch jahrgangsgenau erfasst werden.
Straßenbau und historische Karten
In den polnischen Staatsarchiven ist eine ungewöhnlich interessante Gruppe von Bauakten erhalten: ein Chaussee-Projekt Wehnershof–Zanderbrück von 1905 sowie Unterlagen von 1912 mit Querprofilen, Lageplänen, Zeichnungen und Kostenanschlägen für die Kunst- beziehungsweise Pflasterstraße zwischen Zanderbrück und Wehnershof. Diese Akten können nicht nur die Verkehrsgeschichte dokumentieren, sondern möglicherweise auch Grundstücke, Wegeführungen und angrenzende Besitzungen sichtbar machen.
Wehnershof als regionaler Kirchort
Die evangelische Gemeinde Wehnershof war auch für kleinere Orte der Umgebung wichtig. So gehörten beispielsweise Forsthaus Zanderbrück und Georgenhütte evangelisch zum Kirchspiel Wehnershof. Dadurch können in den Wehnershofer Kirchen- und Gemeindebeständen auch Familien aus benachbarten Wohnplätzen auftauchen.
Was wir noch suchen
- Kirchenbuchabschriften und Kirchenbuchduplikate vor 1945
- genaue Bestandsübersicht der Standesamtsregister Zanderbrück und Wehnershof
- Hof-, Domänen-, Renten- und Grundakten
- Unterlagen zur frühen Familie Wehner und zur Entstehung des Ortsnamens
- Fotos und Bauunterlagen der evangelischen Kirche von 1897/98
- historische Karten, Lagepläne und Grundstückspläne
- Schul- und Lehrerakten
- Einwohner- und Adresslisten
- Auswanderungsunterlagen und Hinweise auf Nachkommen in den USA
Haben Sie Unterlagen zu Wehnershof? Gesucht werden Urkunden, Fotos, Kirchenbuchauszüge, Ahnenpässe, Familienbücher, Hofunterlagen, Briefe, Karten und private Aufzeichnungen. Auch einzelne Namen oder Hinweise auf bislang unbekannte Quellen können helfen, die Geschichte des Ortes und seiner Familien zu vervollständigen.